Sozialkunde  

Sozialkunde ist das abwechslungsreichste Fach im Fächerkanon. Leider setzt es in Rheinland-Pfalz erst in der Mittelstufe ein, und ist in Klasse 9 nur mit einer Stunde, in Klasse 10 immerhin mit 2 Stunden vertreten. Das erscheint wenig, wenn man sich anschaut, was alles im Fach untergebracht ist:

Gruppen; Familie und Jugendcliquen; die Gemeinde; das Bundesland; die politische Ordnung der Bundesrepublik; das Recht; die Wirtschaft; die EU; Internationale Beziehungen.

Wer nicht damit zufrieden ist, im Schweinsgalopp durch diese vielen Bereiche zu reiten, sollte den Leistungskurs Sozialkunde belegen, in dem fast alle diese Themen, freilich angereichert durch politische Theorie, wieder aufgegriffen und vertieft werden.

Die großen Themen der Oberstufe lauten: Gesellschaft (11/1; meist aktuelle Diskussionsthemen), Wirtschaft (11/2), Politische Ordnung (12; u.a. politischer Prozess und politische Systeme) und globale Risiken und Herausforderungen (13; u.a. Europa; Friedensordnung; Nord-Süd-Beziehungen). Aber es ist nicht nur möglich, sondern auch stark erwünscht, dass aktuelle Entwicklungen besprochen werden.

Was sollte ein Schüler mitbringen, der in der Oberstufe Sozialkunde wählt? An erster Stelle sei das Interesse an aktuellen Themen genannt, welches immer noch am besten gewährleistet ist, wenn Tageszeitungen und seriöse Nachrichtensendungen benutzt werden. Das Verfolgen eines Newstickers im Internet oder am Handy allein ist oberflächlich und verleitet unerfahrene User zu konfusen Ansichten.

Ferner ist das Fach wie kaum ein zweites dazu geeignet, kontroverse Themen zu diskutieren. In diesem Zusammenhang können verschiedene Aktionsformen wie Rollen- und Planspiel, Gruppenarbeit etc. durchgeführt werden.

Freilich hat dies zur Voraussetzung, dass auch hart an den Fakten gearbeitet wird. Methodische Experimente machen erst dann Spaß, wenn sie auf der Basis von erarbeitetem und behaltenem Wissen betrieben werden. Mündige Staatsbürger sollten eine Grundlage von politischem Wissen haben, die sie befähigt ihre Umwelt, für Sozialkunde genauer: die politischen Verhältnisse, zu beurteilen.

Als Beispiel für außerschulisches Lernen sei der Besuch von realen Gerichtsprozessen zu erwähnen, welche regelmäßig einen starken Eindruck auf die Schüler hinterlassen.

Der rheinland-pfälzische Landtag in Mainz oder das Europaparlament in Straßburg können in einer Tagesexkursion vor Ort besucht wird.

Wenn man auf das spätere Studium schaut, dann ist die Liste der Studienfächer, die teils oder ganz im Fach Sozialkunde abgebildet sind, beachtlich: insbesondere Politische Wissenschaften, Soziologie, Jura, Psychologie, Volks- und Betriebswirtschaft.

Und noch etwas ist für den Schüler, aber auch für den Lehrer, spannend: sozialkundliche Themen sind immer im Fluss. Immer wieder wirbeln neue Entwicklungen und neue Themenstellungen den Unterricht und auch den Lehrplan um, auch dies ein Alleinstellungsmerkmal des Faches.

Fachkonferenz Sk

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