Informatik

„In der Informatik geht es genau so wenig um Computer,
wie in der Astronomie um Teleskope.“

Edsger Wybe Dijkstra
 (1930-2002)

 

Das Fach Informatik wird am WHG als Grundfach in der Mainzer Studienstufe, also ab Klasse 11, mit ein bis zwei Kursen pro Jahrgangsstufe angeboten. Die Fachschaft Informatik besteht zur Zeit aus drei Lehrkräften: Frau Breitrück-Gable, Herr Kaiser und Herr Fruth, wobei letzterer die Fachschaft leitet und als Ansprechpartner für die Informatik am WHG zur Verfügung steht.

Obwohl jeder weiß, dass die Informatik aus unserem heutigen Leben nicht mehr weg zu denken ist, wird ihr an unseren Schulen im Land leider noch nicht der Stellenwert zugeordnet, der ihr eigentlich gebührt. Viele Schülerinnen und Schüler sind darüber hinaus noch verunsichert und wissen nicht, ob sie das „Wagnis“ Informatik eingehen sollen. Vielleicht liegt es daran, dass sie falsche Vorstellungen von diesem Fach haben oder auch daran, dass sie nicht wissen was sie erwartet und vor allem, ob ihre Computerkenntnisse ausreichen. Aber nicht umsonst ist oben ein Zitat des berühmten Informatikers Edsger Wybe Dijkstra aufgeführt, mit welchem zum Ausdruck gebracht werden soll, dass der Computer für die Informatik lediglich ein Hilfsmittel – genauso wie für viele andere Wissenschaften – darstellt. Spezielle Computerkenntnisse sind somit nicht nötig!

Worum geht es aber in der Informatik? Der deutsche Ingenieur und Erfinder des Computers, Konrad Zuse (1910 – 1995), nannte einmal die Ingenieursarbeit in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts als „menschenunwürdig“ und bezeichnete die dort angestellten Ingenieure und Wissenschaftler als „Rechenknechte“. Man müsse eine Maschine konstruieren, die stupide Rechnungen vollautomatisch durchführe, so Zuse. Und so kam es: 1941 stellte er die Z3 – den ersten Computer „im heutigen Sinne“ – vor.

Wozu dieser kleine Exkurs? Nun, man erkennt worum es in der Informatik geht, nämlich um das Lösen von Problemen unter Einsatz von einem oder mehreren Rechnersystemen oder noch allgemeiner gesprochen um die automatisierte Verarbeitung von Informationen.

Typische schulinformatische Fragestellungen sind beispielsweise:

  • Wie kann man Lösungsverfahren für ein Problem derart formulieren, dass sie von einem Rechner ausgeführt werden können und welche Probleme kann man überhaupt automatisiert lösen beziehungsweise berechnen?
  • Wie erfasst, speichert und verwaltet man riesige Datenmengen? Wie verknüpft man Daten zu Informationen und auf was ist beim Umgang mit Daten aus rechtlicher und ethischer Sicht zu achten?
  • Wie funktionieren Datenübertragungen über kleine und große Netzwerke (u.a. das Internet) und wie kann man sensible Daten über öffentliche Netzwerke sicher austauschen?
  • Wie funktioniert ein Computer, welche wichtigen Bauteile gibt es und welche Erkenntnisse aus der Physik und Elektrotechnik sind dafür grundlegend?
  • Wie entwickelt man große Softwaresysteme, welche Modellierungstechniken, ingenieursmäßige Entwicklungsprozesse und Qualitätskriterien gibt es?

Genaueres kann dem Lehrplan Informatik Grund- und Leistungsfach für die Einführungs- und Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe (Mainzer Studienstufe) entnommen werden.

Für die Bewältigung der oben genannten Punkte ist das Interesse an mathematisch-technischen Fragestellungen sowie strukturiertes, systematisches und abstraktes Denken notwendig. Detaillierte Computerkenntnisse sind, wie bereits erwähnt, nicht notwendig!

Und falls im Informatikunterricht einmal etwas nicht funktioniert, so ist stets zu bedenken:

„Das Problem sitzt immer zwischen Bildschirm und Rückenlehne!“

T. Fruth


Uni trifft Schule

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